Warum der 30. September entscheidend ist
Zum 1. Oktober 2026 passt Microsoft die Beschaffungspreise ausgewählter Cloud-Solution-Provider-Abonnements an. Betroffen sind sämtliche angebotenen Laufzeiten. Hinzu kommt die bereits angekündigte Erhöhung um 5 % für jährlich gebundene CSP-Software-Abonnements, die monatlich abgerechnet werden.
Der zentrale Termin ist deshalb der 30. September 2026: Sollen aktuell kalkulierte Konditionen noch greifen, müssen Angebot, Kundenfreigabe und Bestellung – soweit dies beim jeweiligen Abonnement möglich ist – rechtzeitig abgeschlossen sein. Vorgänge mit Wirksamkeit ab dem 1. Oktober sollten bereits auf Grundlage der neuen Preise kalkuliert werden.
Welche CSP-Abonnements betroffen sind
Die Anpassung betrifft ausgewählte Standalone- und Office-365-Abonnements einschließlich der jeweils genannten EST- beziehungsweise No-Teams-Varianten. Besonders geprüft werden sollten:
· Exchange und Archivierung: Exchange Online Plan 1 und Plan 2 inklusive EST, Exchange Online Archiving inklusive EST sowie Exchange Online Kiosk inklusive EST
· Microsoft 365 Apps: Microsoft 365 Apps for Business und Microsoft 365 Apps for Enterprise, jeweils inklusive EST
· Office 365 und Speicher: Office 365 E1 und E3 inklusive No Teams und EST sowie OneDrive Extra Storage in allen Kapazitäts-SKUs
Entscheidend ist immer die konkrete SKU im aktuellen Angebot. Produktbezeichnung, Laufzeit, Abrechnungsmodell und regionale Variante sollten deshalb im Einzelfall abgeglichen werden.
Vier Schritte für eine belastbare Kalkulation
1. Oktober-Geschäft prüfen: Neuaufträge und Geschäftsmöglichkeiten mit Wirksamkeit ab Oktober anhand der aktuellen Preisstände kontrollieren.
2. Angebote und Margen aktualisieren: Vor einer Kundenzusage sicherstellen, dass Einkaufspreis, Verkaufspreis und Marge weiterhin zusammenpassen.
3. Offene Vorgänge neu bewerten: Verlängerungen, Upgrades und Laufzeitumstellungen mit Wirksamkeit ab dem 1. Oktober neu anbieten.
4. Unklarheiten frühzeitig klären: Abweichende Preisstände oder offene Fragen vor der Auftragserfassung mit dem zuständigen Lizenzteam abstimmen.
Microsoft 365 E3, E5 und F3: Nicht möglichst viel, sondern passend lizenzieren
Parallel zur Preisanpassung lohnt sich ein grundsätzlicher Blick auf die Lizenzstruktur. Büroarbeitsplätze, Führungskräfte, Administration und Frontline-Teams haben unterschiedliche Anforderungen und müssen nicht einheitlich ausgestattet werden.
Microsoft 365 E3 EWR für strukturierte Unternehmensarbeitsplätze
E3 verbindet Office-Anwendungen und Cloud-Dienste mit Windows Enterprise sowie zentralen Funktionen für Identität, Geräteverwaltung, Sicherheit und Compliance. Der Plan bildet häufig die Grundlage für professionell verwaltete Arbeitsplätze.
Microsoft 365 E5 EWR für erweiterten Schutz und Governance
E5 richtet sich an Organisationen mit weitergehenden Anforderungen an Sicherheit, Compliance, Analyse und Governance. Gegenüber E3 umfasst der Plan zusätzliche Funktionen und unter anderem Power BI Pro.
Microsoft 365 F3 für Frontline-Mitarbeiter
F3 bietet operativen Teams einen fokussierten Zugriff auf Kommunikation, Inhalte und einfache Geschäftsprozesse. Der Funktionsumfang ist auf Web-, Mobil- und typische Frontline-Szenarien abgestimmt.
So entsteht eine nachvollziehbare Lizenzentscheidung
Eine belastbare Lizenzierung beginnt nicht bei der Produktliste, sondern bei den tatsächlichen Anforderungen. Dafür sollten Unternehmen ihre Benutzergruppen getrennt betrachten, die bestehende technische und vertragliche Umgebung einbeziehen und die Pläne gezielt kombinieren.
1. Benutzergruppen erfassen: Büro, mobile Arbeit, Leitung, Administration und Frontline getrennt bewerten.
2. Bestehende Umgebung prüfen: Mandant, Identitäten, Endgeräte, E-Mail, Sicherheitslösungen und vorhandene Verträge einbeziehen.
3. Pläne sinnvoll kombinieren: E3, E5, F3 und ergänzende Lizenzen nur dort einsetzen, wo ihr Funktionsumfang tatsächlich benötigt wird.
4. Veränderungen begleiten: Nachbestellungen, Wechsel und Verlängerungen strukturiert und transparent steuern.
Fazit: Jetzt prüfen statt später nachkalkulieren
Die Preisanpassung macht den 30. September 2026 zu einem wichtigen Stichtag. Unternehmen und IT-Partner sollten nicht bis zur nächsten Verlängerung warten, sondern offene Angebote, geplante Upgrades und Laufzeitänderungen jetzt überprüfen. So lassen sich Kalkulationen absichern, unerwartete Margeneffekte vermeiden und zugleich unnötige Lizenzkosten aufdecken.
Unser Tipp: Starten Sie mit den Vorgängen, die im Oktober wirksam werden, und gleichen Sie jede betroffene SKU mit dem aktuellen Angebot ab. Bei komplexen Lizenzlandschaften kann eine strukturierte Lizenzanalyse helfen, die passende Kombination aus E3, E5, F3 und ergänzenden Diensten zu finden.
Hinweis: Bestehende Abonnements behalten im Allgemeinen ihre aktuellen Preise bis zur nächsten Verlängerung, sofern sie nicht vorher verlängert, erweitert oder umgestellt werden. Leistungsumfang, Verfügbarkeit, EWR-, EST- und Teams-Varianten, Laufzeiten sowie Microsoft-Lizenzbedingungen können sich unterscheiden. Maßgeblich sind die Angaben der konkret angebotenen SKU und die zum Bestellzeitpunkt geltenden Bedingungen.